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Feldkirch, Grenzstation – Endstation ?

6. Februar 2019

Am Freitag, dem 1.2.2019, waren wir, die 4. Klasse mit Frau Lanter,  in Feldkirch in der Ausstellung „800 Jahre Feldkirch". Der Schwerpunkt der Besichtigung  war aber nicht die lange Geschichte Feldkirchs, sondern der Raum „Feldkirch, Grenzstation – Endstation".  Die Exkursion war die zweite in dieser Woche und passte zum Thema Fluchtwege, welches auch in Hohenems behandelt wurde. Dort waren es die Fluchtwege über die grüne Grenze und den alten – damals nur knietiefen – alten Rhein.

Unsere Führung durch die Ausstellung begann mit dem Aufstieg auf Feldkirchs „Goldenes Dachl", eine Aussichtsplattform auf dem Dach des Palais Liechtenstein, welche 22 Meter über dem Boden ist. Von dort aus sieht man über ganz Feldkirch. Die Leiterin erklärte uns die wichtigsten Gebäude der Stadt und deren Geschichte. Man hat freien Blick auf die Schattenburg, das Institut St. Josef, den Dom und noch andere Sehenswürdigkeiten. Danach hatten wir die Möglichkeit, uns von den Räumen selber einen Eindruck zu machen. Die Ausstellung ist über zwei Stöcke verteilt. Auf diesen werden für die Stadt bedeutende Ereignisse und Persönlichkeiten vorgestellt.

In dem für uns wichtigsten Raum trafen wir uns und erforschten die Schicksale der Menschen, die vor und während des 2. Weltkrieges versucht hatten, die Grenze zu passieren und dem Nationalsozialismus zu entkommen. Wir lasen und hörten von zahlreichen Menschen, denen die Flucht nicht geglückt war und den Tod in einem Konzentrationslager fanden. Besonders eindrücklich war das Porträt einer bekannten Künstlerin namens Therese Zauser. Sie hatte die Welt bereist, war laut einem Brief ihrer Mutter ins Frauenlager Ravensbrück  „deutsch" gesinnt und „ja ganz  auf Hitler eingestellt". Trotzdem wurde sie im KZ ermordet. Das Schreiben des Standesamtes Feldkirchs an die Eltern ist sachlich und wenig informativ. Unerhörter Mut bewiesen zwei junge sich Liebende, die Jüdin Edith Meyer und ihr Verlobter Heinrich Heinen. Zuerst befreite Heinrich seine Edith aus dem Ghetto in Riga, sie flohen durch Deutschland nach Feldkirch, wo sie aber erwischt wurden. Edith wurde sofort nach Innsbruck und von dort nach Auschwitz deportiert, wo sie auch starb. Heinrich floh unter abenteuerlichen Umständen aus dem Feldkircher Gefängnis und wurde auf der Flucht erschossen. Viele erlitten ein solch tragisches Schicksal.

Der Besuch der Ausstellung hat uns nochmals klar gemacht, wie schlecht Menschen im Nationalsozialismus, vor allem die Juden, behandelt wurden.

Theresa Lins, Caroline Schneider / 4. Klasse RS

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