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Oral History in der 4. Klasse

13. Mai 2019

Am Freitagnachmittag, den 10.5.2019, besuchte uns Frau Margreth Augustin, Oma von Lena Dubbelmann.

Als Zeitzeugin berichtete sie uns aus ihrem Leben. Neunjährig erlebte sie den Ausbruch des 2. Weltkrieges in Norddeutschland, als 15-Jährige das Ende.  Nicht gerne erinnere man sich an eine Zeit zurück, welche geprägt war von Not. Der Tod dreier Geschwister in dieser Zeit – aufgrund fehlender Ärzte, Minen und anderen Vorkommnissen im Krieg – prägten sie. Auch das „richtige Grüssen" mit erhobener Hand und „Heil Hitler!" war für Kinder wichtig, wenn das nicht gemacht wurde, habe man schon „Wind von vorne" bekommen, was nichts anderes heisst, als eine ordentliche Zurechtweisung bekommen. Dass ganz in der Nähe ein Lager gewesen war, habe sie als Kind nicht mitbekommen. Nach dem Krieg hätten die Engländer die Einwohner ihres Dorfes gezwungen, ins Lager zu gehen, um die Toten zu waschen und anschliessend zu beerdigen. Dabei habe sich eine Bekannte mit Typhus angesteckt und sei daran gestorben. Die Schule sei meistens ausgefallen. Während des Krieges hätten pensionierte Lehrer den Unterricht einmal pro Woche gehalten, nach dem Krieg sei sie sofort arbeiten gegangen, um Geld zu verdienen.

Sie erzählte ohne Bitternis, aber dankbar, dass die Zeiten heute andere seien, ihre Enkel lernen dürften und sie dank eines arbeitsreichen, aber doch glücklichen Lebens, die Zeit als Oma geniessen dürfe. (RL)

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