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Wer kennt dich am besten? – Datenschutztag 2020

3. Februar 2020

Am Donnerstagnachmittag, dem 30.1.2020, fand von 13.30-15.40 Uhr in der Aula ein Vortrag mit anschliessendem Workshop für die Erst- und Zweitklässler der Ober- und Realschule statt.

Organisiert wurde der Anlass von der Schulsozialarbeit und den Schulleitungen. Durch den Nachmittag führte Hansjörg Frick. Er begrüsste zuerst Marie-Louise Gächter, Leiterin der Datenschutzstelle. Sie führte kurz aus, wozu es eine Datenschutzstelle brauche. Sie meinte, auf der einen Seite stehe natürlich der Auftrag des Amtes, die persönlichen Daten zu schützen, auf der anderen Seite sei aber der Selbstschutz extrem wichtig. Hier betonte sie, es sei essenziell, informiert  zu sein – zu wissen, was es alles gibt, was man darf, was nicht.

Daniel Meier von der Landespolizei wusste hier aufzuklären und zu berichten. Nach dem Video über und von Amanda Todd, einem kanadischen 15-jährigen Mädchen, welches nach Jahren des Cybermobbings Selbstmord begangen hatte, war es still in der Aula. Die Schülerinnen und Schüler wirkten sehr betroffen. Daniel Meier referierte weiter über die Gefahren des Cybermobbings und  Sextings. Dabei erklärte er zuerst die Begriffe, wies auf die Gefahren hin und auch auf die Folgen.

Cybermobbing:

Wenn mehrere Täter und/oder Täterinnen eine Person via Internet oder Handy über einen längeren Zeitraum hinweg absichtlich beleidigen, bedrohen, blossstellen oder belästigen, dann spricht man von Cybermobbing. Im Einzelnen geht es dabei um: die Verbreitung von falschen Informationen und Gerüchten.

Was ist „Sexting"?

Der Begriff „Sexting" setzt sich zusammen aus „Sex" und „Texting" (Englisch für das Senden von Textnachrichten) und meint vor allem das Verschicken und Tauschen von Nacktaufnahmen per Internet und Handy. Selbst Snapchat garantiert kein „Safer Sexting": Auch hier können Screenshots von Nacktfotos gespeichert werden!

Hier wurde klar, dass sich die Kinder zwar noch im Schutzalter befinden, nicht nur aber Opfer sein können, sondern auch Täter und im letzteren Fall ebenfalls mit Konsequenzen rechnen müssen.

„Sei im virtuellen Leben genau so  vorsichtig wie im normalen Leben. Du ziehst dich ja auch nicht auf dem Pausenplatz aus, dann mach das auch nicht in der virtuellen Welt", meinte Daniel Meier. Auch wenn negative Einträge im besten Fall schnell gelöscht werden, so sind sie doch  auf irgendeinem Handy gespeichert und können – wie im Fall von Amanda Todd – auch Jahre danach aktiviert werden.

Das Speichern und Weiterschicken von Bildern und Filmchen, welche andere Menschen verletzen könnte, sei strengstens verboten und derjenige, der das tue, mache sich strafbar.

Auch unter 14-Jährige würden belangt. Komme es in diesem Sinne zu einer Straftat, erfolge entweder eine Diversion oder es komme vor Gericht. Eine Diversion wäre, wenn z.B. gemeinnützige Leistungen gemacht werden müssen.

Daniel Meier mahnt die Schülerinnen und Schüler, aufmerksam zu sein und helfend einzugreifen, falls sie bemerken, dass eine Mitschülerin, ein Mitschüler Hilfe braucht. Hier sei Zivilcourage gefragt.

Melden und petzen – was ist der Unterschied?

Hansjörg Frick versuchte klarzumachen, dass in diesem Falle melden nicht petzen sei, sondern eine Pflicht, dem Nächsten zu helfen.

„Ich habe niemanden. Ich bin allein", das waren Amanda Todds letzte Worte auf ihrem Video. Sie hat diese nur noch geschrieben. Sie hatte keine Stimme mehr. In diesem Sinne sollte „Opfern" geholfen werden – am besten von ihren Mitschülerinnen und Schülern.

 

Der Gesetzgeber hat mittlerweile ebenfalls reagiert und entsprechend Gesetzesergänzungen vollzogen, d.h. Cybermobbing kann mittlerweile bestraft werden.

Nach der Theorie leitete Sabrina Weithaler den Workshop. Mit den Handys versuchten die Schülerinnen und Schüler auf Actionbound, Fragen zu recherchieren und zu beantworten. Alle hatten ihren Spass und die Lösungen kamen mehr oder weniger schnell und dementsprechend richtig daher. Sabrina Weithaler verstand es, unsere Erst- und Zweitklässler zu begeistern, sie stellten viele Fragen und gestanden doch die eine oder andere „Untat". Erstaunt waren doch viele über die Informationen, welche sie unfreiwillig, einfach durch den Gebrauch von Snapchat, Instagram oder Tiktok preisgeben und wie schnell ihre Adresse oder auch einfach nur ihre Schuhgrösse herausgefunden werden kann. Mit den Ratschlägen, eventuell auch einmal die angebotenen Alternativen zu verwenden, nie den Klarnamen zu verwenden und kein öffentliches Konto zu erstellen,  endete der sehr spannende Nachmittag.

Herzlichen Dank der Schulsozialarbeit für die Organisation und die Durchführung. Wir bedanken uns auch bei Marie-Louise Gächter, Leiterin der Datenschutzstelle, Daniel Meier von der Landespolizei und Sabrina Weithaler, Lehrerin an der OS Eschen. (RL)

Sollte ein Schüler, eine Schülerin mit Cybermobbing konfrontiert sein so sprechen Sie mit Ihrer Polizei, der Opferhilfestelle oder dem Amt für Soziale Dienste!

Hier finden Sie die relevanten Ansprechstellen: